Mitarbeiter, nicht Ghostwriter: Wie ich als Autor wirklich mit KI arbeite
Sobald das Wort „KI“ in Zusammenhang mit einem Buch fällt, geht bei vielen Lesern sofort die Alarmglocke los. Verständlich. Der Markt wird gerade überschwemmt mit Büchern, die komplett von einer KI zusammengeschustert wurden. Klappentext, Handlung, Figuren, alles. Ich will an dieser Stelle einmal ehrlich und ohne Umschweife erklären, wie ich als One-Man-Show tatsächlich arbeite. Denn Transparenz ist mir wichtiger als jede Marketingfloskel.
Was zu hundert Prozent aus meinem Kopf kommt
Die Idee. Die Geschichte. Die Figuren mit ihren Ecken, Kanten und Widersprüchen. Der Plot mit all seinen Wendungen. Die Welt, in der das Ganze spielt. Das ist und bleibt meine Arbeit, von der ersten Notiz bis zum letzten Kapitel. Niemand und nichts schreibt meine Bücher außer mir. Wenn ich an einer Szene sitze, dann sitze ich an dieser Szene. Mit allem, was dazugehört: Recherche, Zweifel, Streichungen, drei Anläufe für einen einzigen Dialog.
Das ist der Kern meiner Arbeit als Fidelius Knox, und daran ändert sich nichts. Wie du auf der Seite zu Der Therapeut nachlesen kannst.
Wo KI bei mir tatsächlich ins Spiel kommt
Ich nutze KI an vier klar umrissenen Stellen. Nicht als Ersatz für meine Arbeit, sondern als Werkzeug dafür:
Covererstellung. Ich habe kein Grafikstudio im Rücken und kein Budget für monatelange Abstimmungen mit einem Designer. KI hilft mir, visuelle Ideen schnell durchzuspielen und ein Cover zu entwickeln, das zur Stimmung des Buches passt.
Gegenlesen. Nachdem ein Kapitel steht, lasse ich es gegenlesen. Auf Logikbrüche, Wiederholungen, Stellen, die holprig klingen. Das ist der gleiche Blick, den früher ein zweites Augenpaar geliefert hat, nur schneller verfügbar.
Erstes Lektorat. Bevor ein Manuskript zu meinen menschlichen Testlesern geht, nutze ich KI für eine erste Durchsicht: Satzbau, Stil, Konsistenz von Namen und Zeitlinien. Das spart mir wichtige Zeit für die Dinge, die wirklich Erfahrung brauchen.
Ideengeber bei Blockaden. Jeder Autor kennt die Situation: Man steckt fest, eine Szene will einfach nicht funktionieren. Dann frage ich nach Optionen, Perspektiven, möglichen Wendungen. Nicht um sie zu übernehmen, sondern um wieder ins Denken zu kommen. Am Ende entscheide immer ich, was in der Geschichte tatsächlich passiert.
Mitarbeiter, nicht Ghostwriter
Der Unterschied ist mir wichtig, und ich glaube, er ist auch für Leser wichtig: Ein Ghostwriter schreibt für dich. Ein Mitarbeiter arbeitet mit dir. Ich beschäftige keine unsichtbare KI Feder, die meine Bücher verfasst. Ich beschäftige ein Werkzeug, das mir bei den Aufgaben hilft, für die früher ein ganzes Team nötig gewesen wäre. Ein Team, das sich ein Indie-Autor ohne Verlag im Rücken schlicht nicht leisten kann.
Ich bin und bleibe eine One-Man-Show. Die Verantwortung für jedes Wort, jede Figur, jede Wendung liegt bei mir. Wenn ein Leser eine Schwäche in der Handlung findet, ist das meine Schwäche. Wenn eine Szene funktioniert, dann funktioniert sie, weil ich sie geschrieben habe.
Mehr über mich und meinen Weg als Autor findest du auf der Seite Über den Autor.
Warum ich das überhaupt erkläre
Weil ich glaube, dass Ehrlichkeit die einzig sinnvolle Antwort auf die berechtigte Skepsis gegenüber KI in der Literatur ist. Ich verstecke nichts. Ich nutze die Werkzeuge, die mir zur Verfügung stehen, so wie ich auch eine Textverarbeitung nutze und niemand deswegen infrage stellt, ob ich „wirklich“ der Autor bin. Der Unterschied zwischen Werkzeug und Autorschaft liegt nicht in der Software, sondern in der Frage, wer die Entscheidungen trifft, die eine Geschichte ausmachen.
Bei mir ist die Antwort einfach: Ich.
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