Warum Fuerteventura die perfekte Kulisse für einen Thriller ist

Salz in der Luft. Sand, der nie aufhört. Und das Gefühl, dass hinter jeder weißgetünchten Fassade etwas lauert, das nicht ans Tageslicht will.

Wer einmal auf Fuerteventura war, kennt dieses Gefühl. Die Insel ist schön, keine Frage. Endlose Strände, Atlantikwind, Licht das alles ein bisschen unwirklich macht. Aber Fuerteventura ist auch still auf eine Art, die einen nicht loslässt. Nicht die Stille des Friedens. Eher die Stille vor einem Gewitter.

Kein Wunder also, dass ich ausgerechnet hier den Handlungsort für Der Therapeut angesiedelt habe. Zumal ich selbst mehrere Jahre auf den Kanaren gelebt habe.

Eine Insel zwischen Postkartenidylle und dunklen Abgründen

Fuerteventura taucht in der deutschsprachigen Reiseliteratur meistens als Pauschalurlaubsziel auf. Jandia, Corralejo, All Inclusive. Was selten beschrieben wird: die andere Insel. Die verlassenen Gehöfte im Inselinnern. Die Orte, in denen Touristen nie ankommen. Die langen geraden Straßen durch die Wüste, auf denen man kilometerweit fahren kann, ohne einem einzigen anderen Wagen zu begegnen.

Das ist das Fuerteventura, das mich fasziniert. Und das ist das Fuerteventura, das Der Therapeut bevölkert.

Luxusresort nach außen. Abgrund nach innen.

Die Geschichte dreht sich um einen Massagetherapeuten, der ein Fünfsterneresort im Süden der Insel leitet und der dabei in ein Netz aus Täuschung, Begehren und Gefahr gerät, das weit über die Insel hinausreicht. Fuerteventura ist dabei nicht nur Kulisse. Die Insel ist Mitprotagonistin: ihre Weite, ihre Abgeschiedenheit, ihr permanentes Gefühl von Irgendwo-am-Ende-der-Welt.

Warum Kanarische Inseln und Thriller so gut zusammenpassen

Es gibt einen Grund, warum Skandinavien seit Jahrzehnten das Zuhause der besten Kriminalromane der Welt ist: das Licht. Oder besser: die Abwesenheit davon. Die Spannung zwischen Oberfläche und Dunkel.

Die Kanarischen Inseln funktionieren anders, aber ähnlich. Hier ist es nicht die Dunkelheit, die beunruhigt. Es ist das grelle Licht. Der ewige Sommer. Das Versprechen von Unbeschwertheit, das nie ganz eingelöst wird.

Romantik und Suspense, das ist die Grundspannung meiner Bücher. Und ich kenne keine bessere geografische Entsprechung für diese Spannung als eine Insel im Atlantik, auf der Luxus und Einsamkeit keine hundert Meter voneinander entfernt liegen.

Long-Haul-Thriller vs. Urlaubskrimi – wo liegt der Unterschied?

Viele deutschsprachige Romane, die auf Mallorca, Teneriffa oder den Kanaren spielen, bedienen das Genre des Urlaubskrimis: leichte Unterhaltung, lokale Atmosphäre, am Ende löst sich alles auf. Das ist ein respektables Genre. Es ist nicht meines.

Der Therapeut ist kein Urlaubskrimi. Er ist ein Romantic-Suspense-Thriller, der auf Fuerteventura spielt. Das ist ein entscheidender Unterschied. Die emotionale Intensität, die psychologische Tiefe, die Frage nach Vertrauen, Verlust und dem, was Menschen füreinander tun (und einander antun), das sind Themen, die unter der Oberfläche brennen. Fuerteventura gibt diesem Feuer den richtigen Rahmen.

Was ich beim Schreiben über die Insel gelernt habe

Ich habe selbst mehrere Jahre auf den Kanarischen Inseln gelebt. Auf La Palma, Lanzarote, und im Süden Fuerteventuras, in der Gegend zwischen Morro Jable und La Lajita. Das prägt.

Ein paar Dinge, die sich ins Buch eingeschrieben haben:

Der Wind. Der Passat auf Fuerteventura ist kein sanftes Lüftchen. Er ist dauerhaft, er ist laut, und er legt sich über alles wie ein weißes Rauschen. Szenen, die ich draußen angesiedelt habe, haben diesen Wind im Hintergrund. Er schafft eine Grundunruhe, die kein Wetter der Welt so erzeugt.

Die Weitläufigkeit. Fuerteventura ist die flächenmäßig zweitgrößte Kanareninsel, und man spürt es. Man ist nie wirklich nahe an etwas dran. Hilfe ist immer einen langen Weg entfernt. Das ist, dramaturgisch gesprochen, Gold.

Die Doppelgesichtigkeit der Tourismuswirtschaft. Hinter dem Fünfsterneservice stecken Menschen mit Geschichten, mit Schulden, mit Geheimnissen. Wer je in der Gastronomie oder im Wellnessbereich auf einer Ferieninsel gearbeitet hat, weiß das. Diese Welt kenne ich. Und sie ist eine der reichsten Quellen für Figuren und Konflikte, die ich kenne.

Der Therapeut: Romantic Suspense zwischen Stuttgart und Fuerteventura

Der Therapeut spielt auf zwei Kontinenten, in zwei Welten. Stuttgart steht für Kälte, Kontrolle, städtische Enge. Fuerteventura für Hitze, Freiheit und eine Gefahr, die sich im Sonnenlicht besser verstecken kann als im Schatten.

Band 1 ist bereits erhältlich. Band 2 erscheint in wenigen Wochen.

Wenn du Romantic Suspense magst, also Thriller, in denen Spannung und emotionale Tiefe gleichberechtigt nebeneinander stehen, dann ist das dein Genre. Und Fuerteventura ist deine Insel.

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Der nächste Artikel erscheint bald: Warum Stuttgart als Thriller-Setting so unterschätzt ist.

Fidelius Knox ist Autor von Romantic Suspense Thrillern, der Sachbuchreihe STANDFEST und dem epischen Fantasysaga-Projekt Die Bücher von Nyx. Er lebt in Deutschland und hat mehrere Jahre auf den Kanarischen Inseln verbracht. Was man seinen Büchern anmerkt.

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